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Was mich bewegt, mir durch Kopf und Magen geht

 Zurück aus den Ferien – und die Jeans weiss es schon

Zurück aus den Ferien – und die Jeans weiss es schon

Dienstag, 11 August 2026

Die Sommerferien sind vorbei. Die Kinder starten wieder in den Kindergarten oder die Schule, der Alltag kehrt zurück - und vielleicht meldet sich da noch jemand zurück: das schlechte Gewissen.

Hier ein Glace, dort ein Apéro. Pommes am See, Pizza am Abend und das Gipfeli am Morgen hat mich schliesslich auch ganz nett angelächelt. Dazu weniger Bewegung als geplant und Essenszeiten, die mit dem gewohnten Alltag ungefähr so viel gemeinsam hatten wie Ferien und Weckerstellen.

Kommt dir bekannt vor?

Dann bist du vermutlich nicht allein.

Ferien dürfen auch Ferien sein

Gerade in den Sommerferien läuft vieles anders. Wir essen später, häufiger auswärts, gönnen uns Dinge, die zu Hause nicht täglich auf dem Tisch stehen, und drücken vielleicht auch mal beide Augen zu, wenn die Kinder zum dritten Mal in dieser Woche nach einem Glace fragen. Und ganz nebenbei essen wir das eine oder andere Mal eines mit.

Das Entscheidende dabei: Ein paar Wochen, in denen deine Ernährung weniger ausgewogen war, machen nicht plötzlich alles zunichte. Problematischer wird es häufig erst danach - wenn au dem schlechten Gewissen heraus möglichst schnell wieder alles "gutgemacht" werden soll.

Ab Montag wird wieder alles anders!

Kein Zucker. Keine Snacks. Weniger Kohlenhydrate. Jeden Tag Sport. Und die paar Ferienkilos sollen am besten verschwunden sein, bevor die Sonnenbräune es tut.

Klingt motiviert. Funktioniert im echten Mama-Alltag aber häufig nur bedingt.

Denn kaum hat die Schule wieder begonnen, stehen Znüniboxen bereit, Termine müssen koordiniert werden, irgendwo fehlt ein Turnsäckli und spätestens am Mittwoch fragt man sich, wo eigentlich die hochmotivierte Frau vom Montag geblieben ist.

Genau deshalb braucht es nach den Ferien nicht zwingend strengere Regeln.

Es braucht wieder Routine.

Zurück zur Routine statt rein in die Diät

Wenn du dich nach den Ferien schwerer, träger oder einfach weniger wohl fühlst, darfst du etwas verändern. Vielleicht möchtest du auch ein paar Kilos verlieren. Daran ist grundsätzlich nichts verkehrt.

Du musst dafür aber nicht von 0 auf 100 wechseln. Beginne mit den Dingen, die im Alltag tatsächlich einen Unterschied machen:

  • Iss wieder regelmässige, ausgewogene Mahlzeiten.
  • Baue Gemüse und Früchte bewusst in deinen Tag ein.
  • Achte auf eine gute Proteinquelle zu deinen Mahlzeiten.
  • Trink ausreichend Wasser.
  • Plane Mahlzeiten und Einkäufe wieder etwas voraus.
  • Und bewege dich – nicht als Strafe für das Glace, sondern weil Bewegung deinem Körper guttut.

Das klingt weniger spektakulär als eine 14-Tage-Sommerferien-Detox-Challenge. Ist aber vermutlich genau deshalb nachhaltiger.

Und was ist mit den Ferienkilos?

Zuerst einmal: Nicht jede Zahl mehr auf der Waage bedeutet automatisch, dass du entsprechend Körperfett zugenommen hast. Veränderte Essgewohnheiten, mehr Kohlenhydrate und Salz, Alkohol, Verdauung und Wassereinlagerungen können dein Gewicht kurzfristig beeinflussen. Gib deinem Körper deshalb ein wenig Zeit, wieder im normalen Alltag anzukommen.

Und falls tatsächlich ein paar Kilos dazugekommen sind? Dann müssen sie nicht möglichst schnell wieder verschwinden.

Eine langfristige Ernährungsumstellung entsteht nicht dadurch, dass du zwei Wochen besonders streng mit dir bist. Sie entsteht durch viele kleine Entscheidungen, die du auch dann noch umsetzen kannst, wenn der Alltag wieder voll ist.

Vielleicht war die Ernährung in den Ferien nicht perfekt. Na und?

Du hast Glace gegessen?

Gut.

Du hast Pizza bestellt, statt einen Salat zu machen?

Auch gut.

Du hast einen Abend mit Freunden genossen und dabei weder Kalorien noch Makronährstoffe gezählt?

Hoffentlich.

Gesunde Ernährung bedeutet nicht, jeden einzelnen Tag perfekt zu essen. Sie sollte auch Platz für Genuss, Ferien, Geburtstage, Restaurantbesuche und spontane Glace-Pausen mit den Kindern haben.

Entscheidend ist nicht, was du während ein paar Ferienwochen gemacht hast.

Entscheidend ist, was du die meiste Zeit machst.

Also: Trink heute ein Glas Wasser mehr. Pack beim nächsten Einkauf wieder etwas mehr Gemüse in den Wagen. Überlege dir, was du morgen kochen möchtest. Geh eine Runde spazieren.

Und falls heute Nachmittag noch ein Glace drinliegt?

Dann geniesse es.

Der Sommer ist schliesslich noch nicht vorbei.

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