Was mich bewegt, mir durch Kopf und Magen geht

Hallo Alltag - aber wo bin ich da?
Nur kurz die Abwaschmaschine starten! Ach ja, das Znüniböxli möchte auch noch kreativ gefüllt werden - und bitte, ja nicht die Zeit vergessen! Die Kinder müssen schliesslich rechtzeitig aus dem Haus, trödeln auf dem Schulweg eingerechnet. Halt! Vorher noch schnell die Haustiere versorgen. Und, war da nicht noch was? Stimmt, die Tochter steht immer noch mit verstrubelter Nachtfrisur vor einem... Verschnaufen? Quatsch, vielleicht kurz wenn die Kinder sich aus der Haustüre machen - kann ich ja auch zusammen mit dem Brotkrumenputzen machen... Wer kennt den alltäglichen Wahnsinn nicht?
Das ganz normale chaos einer Mutter
Man ist jeden Tag ab dem ersten Weckerklingeln bereit: für Kinder, Haushalt, Ehemann, Arbeit. Bewusste Zeit für sich selbst bleibt auf der Strecke - Tag für Tag. Die eigenen Bedürfnisse werden hinten angestellt. Und irgendwann schaut man in den Spiegel und denkt sich: Wann habe ich eigentlich aufgehört, auf mich selbst auch zu achten?
Nicht plötzlich. Sondern Schritt für Schritt. Zwischen Familienalltag, Terminen, Arbeit, Wäschebergen, Einkäufen und Kinderbedürfnissen. Man organisiert, plant, denkt an alles und alle – nur nicht mehr wirklich an sich selbst.
Ich glaube, viele Mütter kennen genau das.
Man frühstückt schnell die Resten der Kinder, trinkt den Kaffee irgendwann kalt und isst mittags was der Kühlschrank gerade hergibt, normalerweise was man eben gewohnt ist zu kochen, weil einfach keine Zeit bleibt. Nachmittags kommt das grosse Tief und der Griff zu einem einfachen Snack liegt nahe. Abends ist man müde und erschöpft und greift zu dem, was schnell geht oder einfach gerade gut tut. Seelenfutter muss doch auch mal sein, oder? Die eigenen Bedürfnisse rutschen immer weiter nach hinten – oft so lange, bis man irgendwann merkt, dass man sich selbst ein Stück weit verloren hat.
Und irgendwann merkt man: Die Energie fehl, irgendetwas stimmt nicht mehr. Man fühlt sich schwerer, träger und irgendwie nicht mehr richtig wohl im eigenen Körper. Nicht unbedingt, weil man perfekt aussehen möchte – sondern weil man sich einfach wieder wohler, leichter und mehr bei sich selbst fühlen möchte.
Was ich selbst lernen durfte: Es müssen nicht immer die grossen Veränderungen sein. Oft beginnt es mit kleinen Dingen. Mehr trinken. Hauptmahlzeiten bewusst essen, kein Snacken. Frische Lebensmittel bewusster integrieren. Sich zwischendurch bewegen oder eine kleine Runde an der frischen Luft drehen. Sich morgens ein paar Minuten Zeit für sich selbst nehmen, statt direkt nur zu funktionieren.
Denn Aufmerksamkeit für sich selbst bedeutet nicht Egoismus. Es bedeutet, die eigenen Bedürfnisse wieder wahrzunehmen und ernst zu nehmen. Sich zu fragen: Was tut mir eigentlich gut? Was gibt mir Energie? Was brauche ich wirklich?
Oft denken wir, wir müssten zuerst wieder „funktionieren“, bevor wir uns um uns selbst kümmern dürfen. Dabei ist es genau umgekehrt. Wenn wir anfangen, wieder besser für uns zu sorgen, verändert sich oft vieles ganz automatisch – die Energie, das Körpergefühl, die Stimmung und auch der Blick auf uns selbst.
Und vielleicht beginnt genau dort auch das bessere Körpergefühl wieder – nicht durch Druck oder Verzicht, sondern durch mehr Aufmerksamkeit, achtsamere Entscheidungen im Alltag und einen bewussteren Umgang mit dem, was wir unserem Körper täglich geben.
